Endstation

Immer wenn ich etwas plane, schaffe ich es innerhalb kürzester Zeit genau diesen Plan umzuschmeißen und stehe dann völlig planlos auf dem Abstellgleis. Das trifft den Nagel, bezogen auf das, was ich neulich wieder angestellt habe, auf den Kopf.

Geplant war: Ich fahre Samstags zu einer Freundin und wir machen nen schicken Mädelsabend. Also rein in den Bus, Musik an. Rechtzeitig aussteigen nicht vergessen. An der richtigen Haltestelle wieder raus und rein in die Strassenbahn. Sitzplatz ist erobert, also Handy raus, Musik lauter und kurz whatsappen dass ich bald da bin.

Eine Haltestelle später ruckelt es gewaltig in der Bahn, ich schaue auf und hoppla: Die komplette Bahn ist leer und ich stehe irgendwo im Nichts auf dem Abstellgleis. DAS ist mir auch noch nicht passiert. Leichte Panik macht sich breit. Und nu?

Also aufgestanden Richtung Tür, zum Glück kam grade ein Mitarbeiter vorbei und begrüßte mich grinsend mit den Worten: Na, Haltestelle verschlafen? Jap, so ungefähr.

Auf dem Weg an der Bahn vorbei Richtung Strasse hat der gute Mann natürlich jedem vorbeikommenden Mitarbeiter freudestrahlend erzählt, das „die junge Dame hier (Fingerzeig auf mich) die Haltestelle verpennt hat“. Ich habs charmant weggelächelt und das einzige was mir einfiel war: „Einmal Abstellgleis stand auf meiner To do Liste halt schon immer ganz oben“.

Also stiefelte ich bepackt mit meinen sieben Sachen durch Sonnenblumenfelder und über Schotterwege in der brütenden Hitze zurück zur letzten Haltestelle. Hat ja auch was, wer kann von sich schon behaupten, mal auf dem Abstellgleis gelandet zu sein… 😀

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Frühlingserwachen

Ich mag den Frühling ja. Solange es nicht zu warm ist oder diese kleinen Pollenbiester durch die Gegend fliegen, die sorgen nämlich leider regelmäßig für dicke Augen, miese Stimmung und feinste Niesanfälle.

Obwohl der Herbst und auch der Winter meine absoluten Favourites sind, finde ich es toll, der Natur beim Erwachen zuzuschauen. Daher hier einfach nur ein paar Fotos die ich auf dem Weg zur Arbeit zwischen Tür und Angel geschossen habe:

 

Tierisches

Da isses wieder, das Internet. Okay, wir sind schon etwas länger wieder www-fähig, aber wie das so ist: Gefühlt gibt es immer drölfzigtausend Dinge die „Hier“ schreien, wenn man sich grade gemütlich mit ner Tasse Kaffee vor den Schlepptop setzt.

Unsere tierischen Mitbewohner zum Beispiel, denn da wären:

Unsere Katzendamen Finja (sibirische Waldkatzenmix, schwarz, 8 Jahre) und ihre Mutter Abahachi (sibirische Waldkatze, getigert, ca. 15 Jahre alt). Abahachi gehörte ursprünglich einer Nachbarin, entschloss sich 2006 aber dort aus- und bei uns einzuziehen. Eines Abends stand sie vor unserer Balkontür und ging nicht mehr weg, wahrscheinlich war es ihr in ihrer Ursprungsfamilie mit 5 Kids und hyperaktivem Hund einfach zu trubelig. Also entschieden wir gemeinsam mit der Familie, das Tigertier bei uns wohnen zu lassen. Eine Entscheidung die ich nie bereut habe.

Nachdem sie uns im Dezember 2006 unkastriert entwischte, folgte im Februar 2007 eine pelzige, schwarze Überraschung im Flurschrank und damit auch Familienzuwachs.

Abahachi, auch genannt „Fressschnecke“ oder „Cevapcici“ (hier mal ein Dank an die Schwiegeromi, die uns minutenlang von Cevapcici erzählte die angeblich so laut miaut. Es dauerte bis wir darauf kamen, dass sie von „Abahachi“ spricht), ist mittlerweile, so vermute ich, leicht dement. Jeden Abend, wenn es dunkel ist und wir im Bett liegen geistert sie ein, zwei Minuten lang laut jaulend durch die Wohnung.

Nach einem (liebevoll) gebrüllten „Ruhe jetzt!“ herrscht dann aber meist wieder Ruhe. Sie steht total auf Schnürsenkel, Butter, Kartons, Laserpointer und am Ohrläppchen rumnuckeln (ich mag das nicht. Trotzdem schleicht sie sich häufig, natürlich ganz unauffällig, immer näher an das Ohr heran. Und sollte man auf der Couch eingeschlafen sein, dann viel Spaß beim Katzensabber entfernen… 😀 ).

Finja, auch ganz liebevoll „Fetti“ genannt, ist unsere Prinzessin auf der Erbse. Fremde Menschen sind grundsätzlich doof und werden ordentlich angefaucht, das Lieblingsspielzeug fliegt oft meterweit durch die Luft und vor dem Schlafen wird jede Decke in Reichweite fein säuberlich über den pelzigen Hintern gezogen.

Was beide gemeinsam haben ist die unbändige Leidenschaft, jede Art von Hausputz zu boykottieren.

Frisch geputzt? Egal, ich latsch zwanzig Mal über das feuchte Laminat und schleppe Katzenstreu einmal quer durch die komplette Bude.

Teppiche frischgewaschen? Kein Ding. Ich kotz da einfach mal drauf, hab es extra für den Moment zurückgehalten. Keine Teppiche da? Ich nehm auch gern den Sessel. Hauptsache schön warm unterm Hintern und du regst dich so lustig auf…

Du willst gleich kochen? Ich helf dir und fresse schonmal die fleischige Beilage. Guck mal, musste nicht mehr anbraten. Haste wieder Arbeit gespart. Ist doch toll!

Du suchst deine Haargummis? Ich weiß wo die sind. Aber ich sags dir nicht, damit du dich irgendwann mal richtig freust wenn du sie hinterm Klavier links findest. Ausserdem fliegen die so schön…

Du hast neue Pflanzen auf der Fensterbank? Nicht mehr lange. Ich puschel da einfach mal vorbei, reiße mit meinem pelzigen Hintern alles von der Fensterbank und gucke ganz erschrocken. Zimmerpflanzen werden eh überbewertet…

Wahrscheinlich weiß jeder Katzenbesitzer was ich sagen möchte. So lieb ich die beiden auch habe, manchmal könnte ich echt… 😉

 

Suboptimal

Neulich auf dem Nachhauseweg fuhr an mir ein Bus der Verkehrsbetriebe vorbei. Eigentlich nichts ungewöhnliches. Aber:

Quer über die Längsseite stand in riesigen Buchstaben:

Erledigen Sie HIER ihr Geschäft! (Ebay)

Nein, dachte ich, DAS will doch nun wirklich keiner sehen.

Ich weiß nicht wer da gepennt hat, aber ich habe mich köstlich über die Vorstellung amüsiert, solche Werbung mal wirklich ernst zu nehmen.

Ist ähnlich wie bei Douglas: „Come in and find out“. Hö? Komm rein und finde wieder raus? Raus aus was? Dem Laden? Jeglicher Logik? Dem Geruch der Hölle?

Oder die Deutsche Bahn. „Die Bahn macht mobil“. Jahaaaa, WENN sie denn mal (pünktlich) kommt. Manchmal ist man per pedes doch bedeutend schneller und man erspart sich viel Frust.Die Jahreszeiten kommen ja auch immer so schrecklich überraschend.

Der Slogan unserer Verkehrsbetriebe ist auch ein Kreativjuwel: Menschen bewegen

Natürlich Menschen. Was denn sonst? Elefanten? Häuser? Parkuhren? Meist wird aber erstmal die innere Hasskappe bewegt bevor man überhaupt 100m weit mit dem Bus kommt. Zu kleine Busse in Stoßzeiten (Schulbeginn/Ende), ständige Unpünktlichkeit mit fadenscheinigen Ausreden (herrliches Winterwetter, 7 Grad plus. Meldung: Verspätung aufgrund der Witterungsverhältnisse. Ja ne, is klar. Wahrscheinlich hat die Eiskönigin grade in diesem Moment die Strasse in eine Eislaufbahn verwandelt und dreht bekifft lauter Kreise) oder Busfahrer die so langsam sind, dass selbst Oma Gerti von gegenüber den Bus mit ihrem Elektrorollstuhl überholt und fröhlich den gequetschten, roten Gesichtern im Bus zuwinkt.

Liebe Werbefuzzies, wie wäre es denn mal mit Kopf einschalten. Das ist das kleine Ding auf den Schultern auf dem (normalerweis) die Haare wachsen. Aber trotzdem Danke für die vielen geschmunzelten Kopfschüttler.

 

Eure Anna 🙂

Wer bin ich und was will ich eigentlich…?

Diese Fragen hat sich wohl schon jeder von uns gestellt und die Antwort darauf, wer man eigentlich ist und was man eigentlich will, gleicht manchmal einer ewigen Suche. Ich für meinen Teil weiß wer ich bin und was ich will. Ich bin ein ewiges Kind, trotz meiner 32 Lebensjahre, ich bin manchmal verloren im Lebensstrudel aber dennoch die stetige Konstante im Leben meiner Familie und Freunde.

Ich bin glücklich verheiratet, Mama eines vorpubertären 11-jährigen, Ratgeber, Seelentröster und eine Träumerin. Tanzen ist meine Therapie, Musik meine große Leidenschaft. Ich bin Anna, eine stetig Suchende nach den Feinheiten und Wundern des Lebens.

Und was will ich? Ich will leben, mich selbst verwirklichen, mit mir im Reinen sein. Daran arbeite ich, täglich. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

Mein Zuhause ist das „Grufti-Sein“, schwarz ist für mich nicht einfach nur eine Farbe, vielmehr ist es meine Lebensphilosophie, mein Lebensmittelpunkt. Man findet mich in dunklen Clubs aber auch zwischen Blümchenhemden und Caroröcken auf Kulturabenden der Schule. Natürlich in Schwarz.

Beruflich, man mag es kaum glauben, betreue ich Senioren in ihren eigenen vier Wänden und ermögliche ihnen so, ihren Lebensabend so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung zu verbringen. Ich liebe meinen Beruf, sowohl Freud als auch Leid welches dieser mit sich bringt. Ich tröste, lache, helfe, ermutige und lerne.

Und jetzt blogge ich auch noch. Sowas aber auch… 🙂

Cheers, Anna

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