Gothic Friday 2016: Schwarz wie Ebenholz und weiß wie Schnee

 

Hah, tolles und für mich sehr sensibles Thema, denn dafür muss ich ganz tief in die „Damals-Kiste“ reingreifen um ein zusammenhängendes-verständliches Ganzes zu schaffen.

Hier der Link: http://www.spontis.de/schwarze-szene/gothic-friday/mai-schwarz-wie-ebenholz-und-weiss-wie-schnee/

Also damals:

2001 bin ich mit 17 von zu Hause ausgezogen. Mein Elternhaus war so, wie man es niemandem wünscht: Geprägt von Angst, Gewalt und vielen, vielen Tränen. Über viele Umwege verschlug es mich in eine Wohngruppe für Jugendliche. Dank Antidepressiva und weiteren Medikamenten nahm ich damals innerhalb kürzester Zeit 40 kg + zu, nach meiner Schwangerschaft 2005 kamen noch x Kilo drauf. In der Zeit zog ich mich heftig zurück, versuchte zwanghaft „normal“ zu sein um nicht aufzufallen. Im Nachhinein echt zum Lachen. Denn mit DER Gewichtsklasse fiel ich definitiv auf, da hätte ich anziehen können was ich wollte.

2013 krempelte ich mein Leben komplett um nachdem die Angst, eines Tages nicht mehr aufzuwachen, Überhand nahm. Innerhalb eines Jahres nahm ich mit Sport und Ernährungsumstellung knapp 60kg ab. Dieses Hochgefühl, endlich wieder das tragen zu können, was ich wollte und nicht nur das was mir passte, war umwerfend. Innerhalb kürzester Zeit wurde mein Kleiderschrank wieder komplett schwarz, die Haare experimenteller, die Schminke und ich auffälliger. Ich war endlich angekommen. Stundenlanges Tanzen auf einschlägigen Partys und Konzerten rundeten die ganze Sache noch ab.

Ein Freund sagte noch vor kurzem zu mir: „Anna, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich hab dir das nie gesagt, aber: Als ich dich damals kennengelernt habe (2011?), hat mich unsere erste Begegnung wahnsinnig erschüttert. Du hast auf dem Balkon gesessen und Musik gehört, und diese wahnsinnige Traurigkeit die du ausgestrahlt hast war schwer zu ertragen. Du hast so schrecklich traurig ausgesehen… Das ging mir wahnsinnig nahe!“

Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Die Traurigkeit beruhte darauf, nicht so sein zu können (einfach aus der persönlichen Hemmung heraus), wie ich wollte. Alles das änderte sich ab 2014 schlagartig und ich konnte endlich sagen: Scheiß drauf was andere sagen!

Nun muss ich gestehen, dass doch wieder knapp 20kg drauf sind, einfach weil ich wieder wenig Sport gemacht habe und die Ernährung schleifen ließ. Aber ich bin , für mich, immer noch gefühlte Lichtjahre von meinem Ausgangsgewicht entfernt (& arbeite wieder fleißig am Abwurf der Kilotierchen). Trotzdem stehe ich immer noch Stunden auf der Tanzfläche und therapiere mich regelrecht selbst. Ja, ich weiß dass ich zuviele Kilos hab, aber ganz ehrlich: Ich lasse mir nichts mehr verbieten oder mies machen!

Hier also ein paar Impressionen die ich grade so zusammengesucht habe.

I: Zerstörung mit Stil

Ich liebe abgerockte Strumpfhosen: Je zerfetzter, desto besser. Super hinzubekommen mit Schmiergelpapier, Nagelfeile, Nagelclipser, Rasierklinge und allem was zerstört.

II: Schminketechnisch hau ich gerne mal in den Kasten. Leider steht mir sehr helle/weiße „Grundierung“ nicht. Damit sehe ich aus wie ein dicker, weißer Mond. Daher beschränke ich mich auf das, was zu meinem Hautton passt:

Meine „Renovierungskiste“…

III: Gut. Zur Haarfarbe und Frisur muss ich wohl nicht viel sagen. 2013 gingen mir die Haare noch bis zur Hüfte, ab Sept.13 wurden sie in einer Nacht und Nebelaktion schrittweise immer kürzer. Insgesamt 3 Mal, bis sie etwa schulterlang waren. Mitte 2014 ließ ich sie dann radikal kurz bis über die Ohren abschneiden. Mittlerweile sind sie wieder schulterlang. An Haarfarben war bis auf Blau und Grün alles dabei, was die Farbkiste so hergab. Rot, Pink, Schwarz, Rosa, Kupfer und co. Hier schonmal beschrieben:

Haariges Allerlei

IV: Klamottenmäßig bin ich tagsüber „praktisch-schwarz“ und feiermäßig „gefälltmir-schwarz“ unterwegs.

 

V: Was nie fehlen darf ist „duftendes“: Ich liebe Patchouli (mein Sohn und meine „Omis“ stehen da übrigens auch drauf) in allen Varianten. Meist mische ich mir mit unterschiedlichen Körperölen selber meine „Duftmischung“ an. Und die Parfums von „Dita von Teese“, vor allem das „Rouge“. Da könnte ich täglich drin baden:

 

VI: Nagellack trage ich selten, weil einfach zu unpraktisch für die Arbeit, Schmuck aber täglich.CAM00823

Meine Inspiration ist alles, was gefällt. Ich versuche allerdings schon, mich meinem Gewicht passend anzuziehen. Mir würde es zum Beispiel nicht in den Sinn kommen, mit Ultramini durch die Gegend zu zockeln – einfach weil es nicht schön wäre. Und ja, ich darf das sagen: Ich bin nämlich auch dick. Es gibt soviele andere Möglichkeiten sich hübsch zu machen, auch mit mehr Kilos auf den Rippen. Da muss es nicht unbedingt nach dem „Weniger ist mehr“ Prinzip sein…

Letztendlich denke ich, jeder soll und kann und darf das anziehen wonach ihm ist. Denn es liegt schließlich in der eigenen Verantwortung, das Beste aus seinem Typ herauszuholen, und solange man sich damit wohl fühlt, bitte.

Und immer daran denken:

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(Fundstück auf einem Chameleons Konzert in der Damentoilette)

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2 Gedanken zu “Gothic Friday 2016: Schwarz wie Ebenholz und weiß wie Schnee

  1. Schönheit, liebe Anna, definiert sich – wie du auch schon sagst – nicht unbedingt am Gewicht, jedenfalls für mich. Es gibt gut aussehende Menschen, unabhängig von ihrem Körpergewicht. Es muss hald zum Typ passen. Und das man einen zu dicken Körper nicht in eine zu enge Hose oder merkwürdig Körperbetone Oberteile zwängt, liegt (für mich) auf der Hand.
    Vielen Dank für Deinen Artikel, der dann doch so ein bisschen Lebens- und Leidensgeschichte beinhaltet und dann doch irgendwie mit einem glücklichen Ende den Rest des Lebens offen lässt. Sehr schön!

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